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Grundsätzliche Unterscheidungen und Vorstellung einiger Ansätze
Für die Bewertung von Wissenkapital gibt es inzwischen mehrere Methoden, die auf unterschiedelichen Herangehensweisen basieren. Bei dieser kurzen Zusammenstellung werden die Begriffe Wissenkapital, “Intellectual Capital” IC und “Intangible Assets” bzw. “Intangibles” simultan benutzt, mit Bezug darauf, dass die Bezeichnung der Thematik auch in den Ansätzen nicht einheitlich ist.
Grundsätzlich kann bei den Ansätzen zur Bewertung von Wissenskapital unterschieden werden in solche, die vornehmlich finanzielle Indikatoren berücksichtigen und mithin operative Bewertungsmethoden sind und solche, die als strategische Bewertungsmethoden eben strategische Faktoren fokussieren.
Bei den operativen Methoden sind u. a. zu nennen:
- „Market Capitalisation“ Methoden: Sie weisen die Differenz zwischen Marktwert und Buchwert als den Wert des IC aus. Vertreter dieser Methode sind u. a. die „einfache“ „Marktwert-Buchwert-Relation“ und „Tobin’s Q“. Tobin’s Q setzt den Marktwert von Intangibles ins Verhältnis zu den Kosten ihrer Reproduktion. Ein großes Verhältnis bedeutet eine besonders hohe Profitabilität des Unternehmens und lässt darauf schließen, dass das betreffende Unternehmen mit (intangiblen) Werten ausgestattet ist, die andere nicht aufweisen können. Diese Methode geht auf den Wirtschaftswissenschaftler James Tobin zurück;
- „Return on Assets“ ROA Methoden: Sie vergleichen den ROA mit dem durchschnittlichen Branchen-ROA. Ihre Differenz wird in bezug zu den Kapitalkosten gesetzt, um den Wert des IC zu schätzen. Ein Vertreter dieser Methode ist der „Calculated Intangible Value“ CIV von der Firma NCI Research.
- „Direct Intellectual Capital“ Methoden schlagen eine Brücke zu den strategischen Ansätzen: Sie ziehen bekannte Werte einzelner Elemente des immateriellen Vermögens eines Umternehmens heran um den gesamten monetären Wert der Intangibles zu schätzen. Diesen Weg schlägt u. a. A. Brooking vor, die den Gesamtwert in „Market Assets“, „Intellectual Property Assets“, „Human-centered Assets“ und „Infrastructure Assets“ aufteilt.
Literatur:
Brooking, A.: Intellectual Capital: Core Assets for the Third Millennium Enterprise, London 1996
Bei den strategischen Methoden sind v. a. die Scorecard Modelle zu nennen. Sie leiten aus der Unternehmensstrategie Indikatoren ab, an denen der Erfolg der Strategieumsetzung gemessen wird. Die Scorecard-Ansätze gehen v. a. auf die 1992 von dem Professor Robert S. Kaplan und dem Berater David P. Norton vorgestellte „Balanced Scorecard“ zurück.
Literatur:
Kaplan, R.S.; Norton, D.P.: The Balanced Scorecard: Translating Strategy into Action, Boston 1996
Eine bekannte Umsetzung einer Strategie-orientierten Methode ist der „Intangible Asset Monitor“ der schwedischen Consulting-Firma Celemi AB, der seit 1995 Anwendung findet. Der IAM wurde von Karl E. Sveiby mitentwickelt. Bei diesem Konzept wurden die drei Kern-Bereiche externe Strukturen („Our Customers“), interne Strukturen („Our Organisation“) und Kompetenz („Our People“) identifiziert, für die die Intangible Assets in den drei Kategorien Wachstum/Erneuerung, Effizienz und Stabilität gemessen und beobachtet werden. Hierfür wurden den einzelnen Kategorien der Kernbereiche jeweils einige eindeutig messbare Indikatoren zugewiesen. Ein System zur Übersetzung der Indikatoren-Werte in Skalen-Werte vereinfacht Visualisierung, Vergleich und Verlaufs-Darstellung.
Alle Ansätze verwenden Indikatoren. Aufgrund ihrer Fülle schlagen die Berater Gören und Johan Roos von Intellectual Capital Services Limited einen “IC-Index” vor. In diesem werden Einzelindikatoren zunächst zu vier Indizes zu den Topics „Relationships“, „Human“, „Infrastructure“ und „Innovation“ zusammengefasst und diese zusätzlich in einem Gesamtindex vereint. Als Vorteile werden die kompakte Darstellung vor allem über einen längeren Zeitraum genannt, einhergehend mit verbesserten Vergleichs- und Benchmarking-Möglichkeiten.
Literatur:
Edvinsson, L.; Dragonetti, N.; Roos, J.; Roos. G.: Intellectual Capital. Navigating in the new business landscape, New York 1998
Weitere Kurz-Darstellungen von Ansätzen zur Messung von Wissenkapital finden Sie in den anderen Artikeln auf dieser Seite.
Überblicks-Litertur und einführende Quellen:
Mertins, K.; Heisig, P.; Vorbeck, J. (Eds.): Knowledege Management. Best Practices in Europe, Heidelberg 2001
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