Die nachfolgenden Ausführungen widmen sich ausschließlich Webforen im Internet, da dies ein Gebiet ist, dem immer mehr Beachtung geschenkt wird, wenn es darum geht zu kommunizieren, sich zu informieren, Meinungen von Usern zu beobachten, gegebenenfalls auch zu steuern und letztendlich einer virtuellen Gemeinschaft als Mitglied beizutreten.
Ein Webforum ist eine Software, die in eine HTML-Umgebung (Hypertext Markup Language) eingebunden ist. Es wird somit ein virtueller Raum für Menschen geschaffen, die via Internet über bestimmte Themen miteinander kommunizieren wollen. Diese Menschen werden als User bezeichnet und werden unter dem Begriff einer „virtuellen Gemeinschaft“ oder „virtuellen Community“ zusammengefasst.
Die Struktur von Webforen zeigt, dass es sich hierbei um virtuelle Räume handelt, in denen nicht einfach nur kommuniziert wird. Foren gibt es in hierarchischen Strukturen (Themen mit Unterthemen) oder in linearen Strukturen, um die anfallenden Kommunikationsinhalte zu ordnen (Kim, 2000). Man könnte auch sagen, dass ein Webforum ein virtuelles Haus darstellt, das mehrere virtuelle Zimmer beinhaltet, in denen sich User zum Kommunizieren treffen. Jedes Zimmer stellt dabei ein spezielles Thema dar. Hierbei ist das Kriterium der asynchronen Kommunikation wichtig. Die Kommunikation in Webforen erfolgt nicht in Echtzeit (Chat) sondern mit Zeitversetzung und somit auch mit Zwischenspeicherung (Bullinger, 2002). Kunz (2005) vergleicht diesen Umstand mit der Funktion ähnlich eines schwarzen Brettes. Man stellt eine Information (Frage, Antwort, Kommentar) einer theoretisch unbegrenzten Anzahl von Menschen zur Verfügung. Mit einem Eintrag in einem Forum kommuniziert man also in erster Linie nicht mit einem, sondern mit vielen Menschen (Bullinger, 2002). Der Inhalt der Kommunikation wird gespeichert, um diesen für längere Zeit vorzuhalten (ähnlich dem Zettel auf dem Schwarzen Brett, der in der Regel auch länger hängt). So kann auf einen Beitrag geantwortet werden, auch wenn zwischen dem Eintrag und der Reaktion (Antwort) längere Zeit vergangen ist.

Grundsätzlich lassen sich nach Kim (2000) zwei Arten von Webforen definieren. Auf der einen Seite gibt es Foren, die ein Thema, ausgehend von einem Hauptpunkt, in viele Unterpunkte aufteilen („threaded boards“) - Kim vergleicht den Umstand mit Kommunikation auf einer Party, auf der mit der Zeit die Kommunikation in kleinen Gruppen zerteilt und weiter geführt wird - auf der anderen Seite gibt es Foren, die von Anfang an in einzelne Themen unterteilt sind („linear boards“). Eine Nachricht folgt einer anderen in chronologischer Reihenfolge. Allein dieser Umstand wird in der Praxis kontrovers diskutiert. So gibt es die Meinung, dass nur thread-basierte Foren echte Foren sind (Münz, o.J.).Webforen sind Programme (Software), die sich in bestehende Websites einbinden lassen. Ein Webforum ist eine Anwendung zur asynchronen Kommunikation, dies bedingt eine Zwischenspeicherung der Threads und Postings. Daher muss eine Software für Webforen serverseitig laufen, auf dem alle Einträge gespeichert werden um diese einem Besucher beim Aufrufen der Webseite zur Verfügung zu stellen.
Es gibt eine Vielzahl von Foren-Software, um Webforen zu realisieren. Stark verbreitet sind wBB, phpBB, vBulletin, Ikonboard, UBB, YaBB SE, YaBB, TBB, Invision Board, Phorum, XMB, Zorum, FUD Forum, THWboard, SMF und Ultimate PHP Board (rellek.org). Jede Applikation hat ihre Fangemeinde, in der teils hitzig das „Für und Wider“ diskutiert wird. Deshalb wird an dieser Stelle auf eine detaillierte Beschreibung jeder einzelnen Software verzichtet. Die einzelnen Versionen werden sowohl kostenpflichtig als auch als Freeware angeboten.
Personen, die Foren nutzen, können wie folgt unterschieden werden:
Gast: ist ein Mensch, der online ist und ein Forum besucht. Dabei hat ein Gast in der Regel keine Rechte für die Teilnahme an der Community, d.h. er darf nur Beiträge lesen (in selten Fällen noch nicht einmal das), nicht aber selbst Beiträge verfassen, andere kommentieren oder neue Themen eröffnen. Häufig werden Gäste umgangssprachlich als „Lurker“ bezeichnet, da sie sich nicht (oder nur selten) aktiv an der Community beteiligen, d.h. es wird der Anschein erweckt, dass dieser Gast nur nimmt (nämlich die Information oder gar das Wissen der Community) und nichts gibt (in Form von Information, welche wiederum zu Wissen generiert werden kann). Da jeder User theoretisch zu einem Mitglied der Community werden kann, sollte an dieser Stelle diesen Menschen unterstellt werden, dass sie nicht an der Community teilnehmen wollen und Foren lediglich nutzen, um sich zu informieren.
Mitglied: ist ein Mensch, der online ist und ein Forum besucht. Ein Mitglied ist ein Element der Community. Dadurch hat er gewisse Rechte, wie das Verfassen von Beiträgen, Kommentieren von Beiträgen, Zitieren eines anderen Mitglieds und Anlegen eines eigenen Profils (mit Adresse, Foto/Avatar, Vorlieben, Wohnort, etc.). Um Mitglied zu werden muss man sich in der Regel registrieren lassen.
Moderator: ist ein Mensch, der online ist und ein Forum betreut. Ein Moderator hat die Möglichkeit, Beiträge zu editieren und zu löschen und Themen zu schließen, zu öffnen, zu verschieben, zu löschen. Ein Moderator kann je nach Software z.B. die IP-Adresse einzelner Mitglieder zurückverfolgen oder zuordnen. Moderatoren haben die Aufgabe, Benutzer davon abzuhalten, unpassende Beiträge zu einem Thema zu schreiben und sie anzuhalten, die Netiquette zu wahren.
Administrator: ist ein Mensch, der online ist und ein Forum betreut. Der Administrator wird als höchste Kontrollfunktion angesehen. Administratoren haben das Recht, jede Aktion im Forum zu unterbinden, Rechtesysteme zu definieren (wer darf was?), Moderatoren zu ernennen, das Layout der Site zu ändern, das Forum neu zu strukturieren und Mitglieder aus der Community zu „Bannen“ (to ban: engl. verbieten, verbannen, verbieten), d.h. Mitglieder aus der virtuellen Gemeinschaft aufgrund schlechten Verhaltens auszuschließen. Zusätzlich haben Administratoren natürlich sämtliche Rechte wie ein Moderator.