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Wikis



Ein Wiki (Hawaiisch für „schnell“), seltener auch WikiWiki oder WikiWeb genannt, ist eine Software und Sammlung von Webseiten, die von den Benutzern nicht nur gelesen, sondern meist auch direkt online geändert werden können. Wikis ermöglichen es verschiedenen Autoren, gemeinschaftlich an Texten zu arbeiten. Ziel eines Wiki ist es im Allgemeinen, die Erfahrung und den Wissensschatz der Autoren kollaborativ in Texten auszudrücken.

Merkmale
Wesentlich bei der meisten Wiki-Software, darunter das in der Wikipedia selbst eingesetzte MediaWiki, ist die Versionsverwaltung, die es den Benutzern im Fall von Fehlern oder Vandalismus erlaubt, eine frühere Version einer Seite wiederherzustellen. Wie bei Hypertexten üblich, sind die einzelnen Seiten eines Wikis durch Querverweise (Hyperlinks) miteinander verbunden; zur Vernetzung von verschiedenen Wikis dient das Konzept der InterWiki-Verweise.

Wikis gehören zu den Content-Management-Systemen, setzen aber auf die Philosophie des offenen Zugriffs, im Unterschied zu teils genau geregelten Arbeitsabläufen (workflow) von Redaktionssystemen.[7] Mit „offenem Zugriff“ ist aber nicht gemeint, dass zwangsläufig jedes Wiki für alle lesbar oder schreibbar sein müsste, es kann sehr wohl Berechtigungen oder Beschränkungen für bestimmte Benutzergruppen geben (vgl. Typen).

Die Änderbarkeit der Seiten durch jedermann setzt eine ursprüngliche Idee des World Wide Web erstmals konsequent um und erfüllt weiterhin eine wesentliche Anforderung an soziale Software.

Weiterer wesentlicher Unterschied zu typischen Content-Management-Systemen ist, dass Wiki-Software weniger Wert legt auf ein differenziertes Layout der Webseiten.

Die meisten Systeme sind Freie Software, oft unter einer Version der GNU General Public License (GPL) lizenziert. Viele Wiki-Software Systeme sind modular aufgebaut und bieten eine eigene Programmierschnittstelle, welche dem Benutzer ermöglicht, eigene Erweiterungen zu schreiben, ohne den gesamten Quellcode zu kennen.

Wirkungskreislauf
 
Schematische Darstellung des Wirkungskreislaufes in einem Wiki?Anders als bei Website die durch ein CMS realisiert werden, sind Wikis gerade dann sinnvoll, wenn eine Vielzahl und eben nicht nur eine begrenzte Anzahl an Nutzern auch Informationen einstellen sollen. Ein Wiki entfaltet seine Wirkung daher meistens erst, wenn auch viele Nutzer Informationen einstellen.

Dies ist regelmäßig jedoch erst der Fall, wenn bereits schon genügend relevante Informationen im Wiki stehen. Ist dieser Punkt erreicht, werden von den Nutzern auch noch weitere Informationen eingestellt, was wiederum dazu führt, dass das Informationangebot noch relevanter wird, was wiederum zu noch mehr eingestellten Informationen führt. Es ist also eine kritische Masse zu erreichen. Wenn dieser Punkt erreicht wird, wird ein Wiki zu einem "Selbstläufer". Wird dieser Punkt nicht erreicht, wird das Wiki auf lange Sicht irrelevant.


Konzeption: Konflikt Struktur vs. Chaos
 
Konflikt Struktur vs. Chaos im WikiBei der Konzeption eines Wikis stellt sich immer die Frage wie stark das Wiki durch vorgabe von Unterseiten durchstrukturiert werden soll.

Ein völlig strukturloses Wiki lädt zum schnellen „Abladen“ von Informationen und Gedanken ein; für andere Nutzer ist es schwer aus dem Informationsangebot relevante Daten herauszuziehen. Auf der anderen Seite finden Nutzer in einem vollkommen durchstrukturiertem Wiki relevante Informationen schnell; es werden jedoch kaum Informationen abgelegt.

Es ist also ein optimaler Grad zwischen Struktur und Chaos zu finden, der sowohl den einstellenden als auch den lesenden Nutzer entgegenkommt.


Wiki-Syntax
 
Wikitext in MediaWikiUm den Text lesbarer und gegliedert zu gestalten, gibt es meist Zeichenkombinationen, die dem markierten Text eine Formatvorlage zuweisen. Diese so genannten „Tags“ werden im Eingabefenster an entsprechender Stelle eingegeben. In der Wikipedia beispielsweise ergibt die Eingabe „ein ''kursives'' Wort“ die Ausgabe „ein kursives Wort“.

Die Gesamtheit dieser Tags wird als Wiki-Syntax bezeichnet und unterscheidet sich je nach verwendeter Wiki-Software. Allen Dialekten ist jedoch zu eigen, dass sie sehr viel einfacher aufgebaut sind als das historisch verbreitet im World Wide Web eingesetzte HTML. Diese Beschränkung auf das Wesentliche ermöglicht einer großen Gruppe von Menschen, insbesondere auch Computer-Laien, mit wenig Lern- und Schreibaufwand an diesem System teilzuhaben.


Anwendungen

Die ersten Wikis wurden Mitte der 1990er Jahre von Software-Designern zur Produktverwaltung in IT-Projekten entwickelt. Heute kommen Wikis in einer Vielzahl von Anwendungen zum Einsatz, bei denen inhaltliche Flexibilität mehr als Repräsentanz zählt. Dazu gehören Dokumentationen in Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur


Wissensmanagement
In der Wirtschaft dienen Wikis häufig zum Wissensmanagement, mit den Zielen, erhöhte Transparenz des vorhandenen Wissens herzustellen, Prozesse zu optimieren und Fehler zu vermeiden.

Hierbei ist ggfs. das Engagement der Mitarbeiter unverzichtbar. Der finanzielle Aufwand ist dagegen meist niedriger als bei herkömmlichen Systemen der Wissenskonservierung.

Klassifizierung
Grundsätzlich können unternehmensinterne Wikis in zwei Gruppen eingeteilt werden:

Unternehmens- bzw. Abteilungswikis versuchen das Wissen eines Unternehmens bzw. einer Abteilung zu erfassen.
Projektbezogene Wikis dagegen sind speziell auf ein einzelnes Projekt zugeschnitten.
Einige Wikis kombinieren beide Typen ermöglichen die Einrichtung von sog. Spaces, um Projekte voneinander inhaltlich und benutzerrechtlich zu trennen.[9] Welche dieser Formen zum Einsatz kommt, hängt von verschiedenen Kriterien ab:

Dauerhaftigkeit: Unternehmens- und Abteilungswikis bieten sich vor allem an, wenn es um Wissen geht, das langfristig konserviert werden soll. Projekte dagegen haben oft nur eine begrenzte Lebensdauer.
Interesse: Informationen aus einzelnen Projekten oder Abteilungen sind längst nicht für jeden Mitarbeiter interessant.
Geheimhaltung: Informationen sollen aus Geheimhaltungsgründen nur bestimmten Personen zugänglich gemacht werden (z. B. den Beteiligten an einem Projekt).

Desktop Wikis
Einige Wiki-Engines sind nicht als Groupware zur Bedienung über das WWW, sondern zur persönlichen Informationsorganisation gedacht. Beispiele dafür sind AcroWiki für Palm OS, Tomboy und Zim Wiki für Linux, VoodooPad für Mac OS X, ConnectedText und Wikidpad für Windows, sowie TiddlyWiki, das client-seitig (ohne Server) als Javascript in jedem Browser läuft.

Große Wikis
Das weltgrößte Wiki ist die 2001 gegründete Wikipedia, eine freie Enzyklopädie. Ebenfalls bekannt ist das englischsprachige MeatballWiki, in dem unter anderem die Eigenarten und Gesetzmäßigkeiten von Online-Communitys diskutiert werden.

Im deutschsprachigen Raum bekannte Wikis sind das Stadtwiki Karlsruhe (über 14.000 Artikel), das JuraWiki, die Reiseführer Wikivoyage und Wikitravel, die Wikipedia-Parodien Stupidedia und Kamelopedia sowie die Science-Fiction-Datenbanken Memory Alpha (Star Trek) und Perrypedia (Perry Rhodan).

 

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Wiki aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU Free Documentation License. Eine Liste der Autoren ist dort abrufbar. Die abgebildeten Bilder hier dagegen sind geschütztes Material.
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